Insemination
Eine lnseminationsbehandlung ist dann erforderlich,
wenn normaler Geschlechtsverkehr nicht durchführbar ist, wenn
am Muttermund und in der Gebärmutter ungünstige Verhältnisse
für Samenzellen bestehen (schlechter Muttermundschleim, Antikörper...)
und/oder die Anzahl und Beweglichkeit gesunder Spermien geringer ist
oder sie verformt sind. Die Eileiter der Frau müssen durchgängig
sein. Für die Insemination werden die Spermien zuvor aufbereitet
s.g. „gewaschen“. Der Waschvorgang befreit die Spermien
von der Samenflüssigkeit und aktiviert sie auf diese Weise. Hauptsächlich
gesunde und aussichtsreiche Spermien werden dadurch angereichert und
für die Insemination eingesetzt. Darüber hinaus können
„gewaschene“ Samenzellen tiefer in den Genitaltrakt der
Frau eingebracht werden, ohne eine nachteilige Reaktion des weiblichen
Organismus zu befürchten (selten Krämpfe). Über einen
dünnen Schlauch (Katheter) werden die Spermien zum Zeitpunkt
des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeleitet.
Der Erfolg dieser Therapie, die Schwangerschaft, ist
in den ersten sechs Zyklen zu erwarten, sonst ist eine weitergehende
Therapie (z.B. IVF) angebracht. In der Regel ist gleichzeitig eine
Stimulation der Eizellreifung sinnvoll, meistens dann, wenn zusätzlich
zur eingeschränkten Fruchtbarkeit des Mannes auch Zyklusstörungen
der Frau vorliegen.
Je nach Voraussetzung liegen die Schwangerschaftsraten
zwischen 6% und 25% pro Zyklus.
Verlauf des
IVF, ICSI - Verfahrens |
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In-vitro-Fertitisation
– IVF
Die In-vitro-Fertilisation
wird dann angewandt, wenn z.B. die Eileiter irreparabel geschädigt
sind, eine Endometriose vorliegt, die Zeugungsfähigkeit
des Mannes deutlich eingeschränkt ist, die Sterilität
durch die Bildung von Antikörpern bedingt ist oder keine
Ursache gefunden werden konnte.
Bei dieser Form der Behandlung
erfolgt die Befruchtung ausserhalb des Mutterleibes:
Ei- und Samenzellen werden in einer Glasschale zusammengebracht
und nach der Befruchtung über einen dünnen Schlauch
(Katheter) zurück in die Gebärmutter gegeben.
In einem ersten Schritt werden die Eierstöcke
mit Fruchtbarkeitshormonen zur Reifung mehrerer Eizellen angeregt.
Dies erhöht die Erfolgsaussichten der Behandlung. Es werden
die gleichen Präparate wie bei einer normalen Stimulation
verwendet, jedoch in einer höherer Dosierung.
Die Entnahme von Eizellen wird mittels Follikelpunktion
durchgeführt. Dieser Eingriff wird unter Narkose durchgeführt.
Dabei wird eine Punktionsnadel, die auf dem in die Scheide eingeführten
Ultraschallkopf befestigt ist, durch die Scheidenwand zum entsprechenden
Eierstock geführt. Dort wird dann ein Eibläschen nach
dem anderen angestochen, die Flüssigkeit abgesaugt und
der Follikel gespült, d.h. mit Flüssigkeit umgeben,
die dann abgesaugt werden kann. In dieser Flüssigkeit kann
in den meisten Fällen eine Eizelle gefunden werden. In
sehr seltenen Fällen, in denen keine Eizelle gefunden wird,
ist dies entweder ein Zeichen für eine hochgradige Eireifungsstörung
oder eine Abweichung der zeitlichen Abläufe von der Norm.
Nach der Punktion werden die Patientinnen noch mindestens zwei
Stunden überwacht, bevor sie das Zentrum verlassen können.
Die entnommenen Eizellen werden dann mit einer
festgelegten Menge gut beweglicher Samenzellen zusammengebracht
und im Brutschrank kultiviert. Am folgenden Tag wird unter dem
Mikroskop kontrolliert bei welchen Eizellen die Vorbereitung
auf den eigentlichen Befruchtungsvorgang zu erkennen ist (Vorkernstadium).
An diesem Tag muss dann auch von dem Paar entschieden werden,
bei wie vielen Eizellen die Befruchtung abgeschlossen werden
soll. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Befruchtung bei
höchstens drei Eizellen durchgeführt werden darf.
In diesem Zusammenhang muss das Paar entscheiden, wie viele
Eizellen vernichtet, oder für eine eventuelle Wiederholung
des Behandlungszyklus vorübergehend gefrierkonserviert
werden sollen.
Nach weiteren zwei bis vier Tagen, wenn durch
stetige Teilung der befruchteten Eizelle ein Embryo (es können
auch mehrere sein) entstanden ist, erfolgt der Embryotransfer,
die Übertragung eines oder mehrerer (max.3) Embryonen in
die Gebärmutterhöhle mit der Hilfe eines Katheters.
Der Erfolg der IVF hängt von vielen Faktoren
ab, so z.B. von der Spermaqualität, der Anzahl und Reife
der Eizellen, der Anzahl der übertragenen Embryonen und
nicht zuletzt auch davon, ob die Gebärmutterschleimhaut
(das Endometrium) die Einnistung des Embryos zulässt.
Schlechte Samenqualität, die sich insbesondere
durch geringe Beweglichkeit äußert, verhindert in
den meisten Fällen eine erfolgreiche Befruchtung.
Bei Frauen mit schweren Hormonstörungen können
oft nur Eizellen mit ungenügender Reife gewonnen werden.
Solche unreifen oder überreifen Eizellen lassen sich in
geringerem Masse befruchten. Hier ist der Zeitpunkt der Samenzugabe
sehr wichtig. Durch ein angepasstes Stimulationsschema kann
im nächsten Behandlungszyklus diese Eizellreifungsstörung
zumeist erfolgreich therapiert werden.
Die Einnistung der Embryonen wird mit Hormongaben
unterstützt. Trotzdem werden die meisten abgestoßen.
Es wird angenommen, dass ein Teil dieser Embryonen aufgrund
schlechter Einnistungsbedingungen in der Gebärmutterschleimhaut
verloren geht. Ein weiterer nicht unbeträchtlicher Teil
der Embryonen entwickelt sich nicht weiter.
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Mikro-Injektion
- ICSI
Die Mikro-Injektion ist eine Weiterentwicklung der ln-vitro-Fertilisation.
Ebenso wie bei der IVF, werden der Frau nach einer Hormonstimulation
mehrere reife Eizellen entnommen. Unter einem Hochleistungsmikroskop
wird dann mittels einer hauchdünnen Nadel in jeweils eine etwa
1/10 mm große Eizelle eine mehr als 100mal kleinere Samenzelle
eingespritzt. Vor der Injektion wird die Samenzelle unbeweglich gemacht
und in eine Injektionspipette (Außendurchmesser 0,007 mm) eingesaugt.
Anschliessend wird die Eizelle mit einer speziellen Haltepipette festgehalten,
die Injektionspipette wird mit der Samenzelle eingeführt und
das Spermium injiziert. Der gesamte Vorgang wird mit Hilfe besonderer
Mikromanipulatoren ausgeführt, die eine genaue Kontrolle der
Mikrobewegungen erlauben.
Das Verfahren heisst deshalb auch intracytoplasmatische Spermieninjektion,
kurz ICSI.
Bei der Befruchtung in der Glasschale (IVF) schaffen
es diese Spermien nicht, die Hülle zu durchdringen, von der die
Eizelle umgeben ist. Der Samenzelle werden so die Transportaufgaben
und das Eindringen in die Eizelle bei der natürlichen Zeugung
abgenommen. Danach verläuft diese Behandlungsmethode wie beim
IVF - Verfahren.
Die Mikro-Injektion stellt somit den natürlichen Vorgang des
Eindringens einer Samenzelle in die Eizelle nach. Die eigentliche
Befruchtung, nämlich das Verschmelzen der väterlichen und
mütterlichen Erbanlagen, ist davon nicht betroffen.
Diese Methode ist besonders erfolgreich, wenn die Ursache
für die Kinderlosigkeit beim Mann liegt, z. B. weil er nur wenige
Spermien produziert oder die vorhandenen kaum beweglich sind.
Dieses Verfahren ist aber auch dann angebracht, wenn es in der konventionellen
IVF nicht gelingt, eine Befruchtung zu erzielen. ICSI kann selbst
dann erfolgreich durchgeführt werden, wenn sich im Ejakulat keine
Samenzellen befinden und diese deshalb operativ aus dem Hoden bzw.
Nebenhoden gewonnen werden müssen (siehe MESA/TESE Verfahren).
MESA
(microsurgical epididymal sperm aspiration)
TESE
(testicular sperm extraction)
Wenn im Ejakulat keine Samenzellen gefunden werden, handelt es sich
entweder um einen
Hodenschaden, so dass keine Spermien produziert werden oder um einen
Verschluss der Samenleiter, der verhindert, dass Spermien bei der
Ejakulation in die Samenflüssigkeit gelangen.
Ein ambulant durchgeführter operativer Eingriff
wird durch den Urologen durchgeführt, um Spermien aus den Nebenhodenkanälchen
zu gewinnen (MESA). Eine Entscheidung für diesen Eingriff liegt
insbesondere dann nahe, wenn die Samenleiter angeboren oder als Folge
von Entzündungen oder Operationen verschlossen sind.
Wenn mit den bisher genannten Möglichkeiten keine
Spermien gefunden werden konnten, sollte abgeklärt werden, ob
dies mit der operativen Entnahme von Hodengewebsproben und der anschließenden
Spermienisolierung aus diesen Biopsien (TESE) gelingen könnte.
Die Entnahme mehrerer Gewebsproben, die dann gefrierkonserviert werden,
ermöglicht weitere Befruchtungsversuche ohne den Mann für
jeden Versuch wieder operieren zu müssen. Mit den durch MESA
oder TESE gewonnenen Spermien kann dann die Befruchtung der Eizellen
durch das ICSI - Verfahren erfolgen.
Wenn keinerlei Samenzellen mehr vorhanden sind dann
stehen die Adoption oder gegebenenfalls die Insemination mit Spendersamen
zur Verfügung als einzige Möglichkeiten um ein Kind zu bekommen.
Die
Tiefgefrierung von Samenzellen und Eizellen
Kryokonservierung
Spermien und Eizellen können heute über
mehrere Monate und Jahre gelagert werden.
Zu diesem Zweck müssen sie tiefgefroren werden. Hierzu werden
die Keimzellen in besondere Gefrierschutzmittel-Lösungen gebracht.
Dann werden die Samen- bzw. Eizellen die sich im sogenannten Vorkernstadium
befinden mit Hilfe computerunterstützter Gefriergeräte,
die eine schonende Abkühlung der Keimzellen bis auf -196°C
erlauben, tiefgefroren. Die Lagerung erfolgt in flüssigem Stickstoff
(-196°C), in speziellen vakuumisolierten Behältern.
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Vorteil der Kryokonservierung:
Wird die Frau im Behandlungszyklus nicht schwanger;
kann in einem beliebigen folgender Zyklus ohne eine Stimulation
der Eierstöcke und ohne Follikelpunktion mit den aufgetauten
Eizellen, nach Weiterentwicklung zum Embryo, eine erneute Übertragung
vorgenommen werden ,die Belastung ist hierbei nicht größer
als bei einer Insemination.
Erfahrungsgemäß übersteht die
Hälfte bis zu zwei Drittel aller Eizellen dieses Konservierungsverfahren
unbeschadet. Nur solch Zellen, die sich erkennbar normal weiter
teilen, werden für die nächste Embryo-Übertragung
herangezogen. |